Ankerpunkt 19 der Via Romantika (Schlösser, Burgen und Gärten) und Attraktion 25 der Via Romantika culura
Er wird oft fälschlicherweise und vielleicht aus Hilflosigkeit als „Schloss“ bezeichnet: Aber um was für eine Art von Gebäude es sich beim Dresdner Zwinger handelt, ist eigentlich bis heute nicht klar zu definieren. Zu oft änderten sich die Pläne von August dem Starken, der auch König von Polen war. Zum Entsetzen des Militärs ließ er die Festungsanlagen Dresdens weitgehend schleifen. Auf dem ehemaligen Zwinger am Residenzschloss wurde ein Festplatz angelegt, der sogleich Kulisse für rauschende Feste wurde. 1709 wurde mit dem Bau einer Orangerie begonnen, die aber nicht als solche genutzt wurde. Stattdessen entstand ein bauliches Ensemble, das Vorhof eines neuen, nie gebauten Schlosses werden sollte und daher unvollendet blieb. Was entstand, geriet zu einem meisterhaften Gesamtkunstwerk des Barock. Der Einklang von Architektur und Bildhauerei verzaubert noch heute jeden Besucher. Wer den Zwinger zu schnell durchquert, dem bleibt vielleicht die perfekte Verkörperung barocker Lebensfreude verborgen, das Nymphenbad mit seinen heiteren Wasserspielen. Der Zwinger wurde schon bald musealen Zwecken zugeführt und ist noch heute Heimat für berühmte Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Er verkörpert also nicht nur äußere, sondern auch innere Schönheit.