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Abendmusik - Bachs Suiten für Violoncello Solo

Auf einen Blick

  • Am Park 1,
    01561 Großenhain OT Zabeltitz
  • 19.07.2026Terminübersicht
  • 17:00 - 23:59
  • Kunst und Kultur
Zabeltitzer Palaiskonzert mit Prof. Bernhard Hentrich Suite G-Dur Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Menuet I und II, Gique Suite D-Dur a cinq cordes daraus : Sarabande, Gavotte I und II Suite c-Moll discordable Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Gavotte I und II, Gique Etwa 20 Jahre, nachdem diese Musik niedergeschrieben wurde, äußerte J. A. Scheibe über eine wünschenswerte Einstellung des Critischen Musikus: Alle praktischen Musikanten aber sollen überhaupt darauf sehen, dem Sinne des Componisten gemäß zu singen und zu spielen, und folglich alle Noten rein und deutlich auszudrücken. Ich verlange deswegen gar nicht, daß ein praktischer Musikant alle Stücke, die ihm vorgelegt werden, ohne sie weiter zu kennen, gleich weg singen oder spielen soll. [...] Ich verlange vielmehr, daß er geschickt seyn soll, diejenigen Stücke, welche er durchzugehen Zeit und Gelegenheit hat, rein, deutlich, ordentlich, und mit gehörigem Nachdruck zu singen und zu spielen. Ich glaube ohnedieß, daß es nicht ohne Wunderwerk geschehen kann, ein [...] schweres Stück mit völliger Schönheit, Ordnung und Nachdruck herauszubringen, wie es dem Sinne des Komponisten gemäß ist, wie es die Eigenschaften der Schreibart, und alle übrige dazu gehörigen Umstände erfordern. Für mich hat die Erarbeitung der Cellosuiten etwas von Bergsteigen wie noch vor 150 Jahren an sich: Man plant, man strengt sich an, riskiert auch Abstürze und was steht am Ende? Eben die Erkenntnis, dass der höchste Gipfel offensichtlich ganz woanders liegt. Das liegt wohl nur zum Teil daran, dass das originale Kartenmaterial -in diesem Fall die Handschrift J. S. Bachs- nicht mehr vorhanden ist. Über 100 Ausgaben in moderner Notenschrift gibt es inzwischen, welche sich an der erhaltenen Kopie der zweiten Frau Bachs und späteren Abschriften orientieren. Doch findet man dadurch besser den Weg? Wir können seine Sprache doch nur erahnen, die originalen Phrasierungen, Betonungen sind ja nicht erhalten. Wissen wir wenigstens, für welches Instrument? Da verlangt Bach drei verschieden Typen: zunächst ein viersaitiges, dieses jedoch in der c-Moll anders gestimmt [discordable] und schließlich in der D-Dur Suite ein fünfsaitiges Cello [a cinq cordes]. Kennen wir den Spieler der Uraufführung? Man kann sich nicht einmal sicher sein, ob die Suiten in Weimar oder erst Jahre später in Köthen entstanden sind... Im gleichen Jahr wie Scheibes Schrift (1737) baute Antony Stephan Posch in Wien das zu hörende viersaitige Cello. Als Eigentum des Klosters vom Heiligen Hieronymus in Wien überlebte es die vielen Veränderungen, welche bei Streichinstrumenten üblich sind, relativ unbeschadet und ist heute eines der wenigen erhaltenen „Großen Celli“. Weitere 30 Jahre später (1769) baute Marx Straub in Rötenbach das kleine fünfsaitige Cello; ein schlichter, seltener Nachweis der alemannischen Geigenbautradition im Schwarzwald, welche vor 200 Jahren zu Ende ging. Bernhard Hentrich studierte Violoncello, Streichquartett und Gesang (Nebenfach) an den Musikhochschulen Dresden, Karlsruhe und der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin sowie Musikwissenschaft an der TU Dresden. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn danach mit dem Tänzer Thomas Hartmann und dem Schauspieler Rolf Hoppe. Es folgten Solokonzerte u. a. in Adelaide, Buenos Aires, Porto und Pulsnitz. Der Gegenstand seiner Forschungen (u.a. Deutschen Historischen Instituts Rom) sowie deren praktischen Umsetzung in Lehre und Konzerten ist die vergangene Musik-Realität: Provenienzrecherchen zu den Dresdner Silbertrompeten, dem Instrumentarium der Sächsischen Hofkapelle (Entdeckung eines Violone von Peregrino Zanetto vom Ende 16. Jh., Wiederauffindung einer verschollenen Tenor-Viola von Antonius & Hieronymus Amati). Vorträge u.a. in Bern, Bologna, New York und Salzburg. 2011-16 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 2017 Professor für Alte Musik, zudem 2022-25 Dekan an der Hochschule für Musik in Dresden. Sonntag, den 19. Juli 2026 | 17 Uhr Palais Zabeltitz, Graf-von-Wackerbarth-Saal, Am Park 1, 01561 Großenhain OT Zabeltitz„Gefördert durch den Kulturraum Meißen - Sächsische Schweiz – Osterzgebirge“ Veranstalter: Kulturzentrum Großenhain GmbH

Preise: kostenpflichtig

Veranstalter: Kulturzentrum Großenhain GmbH Schlossplatz 1 01558 Großenhain03522 505555info@kulturzentrum-grossenhain.de

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